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Spieglein, Spieglein... Frieden schließen mit dem Körper

5 Min. Lesezeit
corinna
In fachlicher Zusammenarbeit mitDr. med. Corinna PfeifferKlinikdirektorin Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Klinikum Lüdenscheid

Das Wichtigste in Kürze


Viele Menschen glauben, sie müssten erst abnehmen, um sich selbst akzeptieren zu können. Doch Scham, Selbstkritik und ständiger Druck helfen meist nicht dabei, langfristig etwas zu verändern.

Wer sich im eigenen Körper unwohl fühlt, vermeidet oft Dinge, die eigentlich guttun würden - zum Beispiel Bewegung, soziale Aktivitäten oder fürsorglichen Umgang mit sich selbst.

Ein wichtiger Schritt kann sein, den eigenen Wert nicht nur von Gewicht oder Aussehen abhängig zu machen. Es geht nicht darum, den eigenen Körper sofort lieben zu müssen. Oft reicht es zunächst, ihn respektvoll zu behandeln und ihm mit mehr Freundlichkeit zu begegnen.

Von Body Positivity zu Body Neutrality


Nicht jeder Mensch möchte oder kann seinen Körper jederzeit positiv sehen. Gerade bei langjähriger Unzufriedenheit kann die Forderung, den eigenen Körper „lieben“ zu müssen, zusätzlichen Druck erzeugen. Ein hilfreicherer Ansatz kann deshalb sein, den Körper neutraler zu betrachten: nicht nur danach, wie er aussieht, sondern auch danach, was er jeden Tag leistet. Der Körper ermöglicht Bewegung, Atmung, Begegnungen, Alltag und viele kleine Dinge, die oft selbstverständlich erscheinen. Der Fokus verschiebt sich dadurch von „Wie sehe ich aus?“ zu „Was ermöglicht mir mein Körper?“.

Der Perspektivwechsel:


Der eigene Körper ist das Zuhause, in dem wir unser ganzes Leben verbringen. Deshalb braucht er nicht Strenge, Abwertung oder ständigen Kampf, sondern Fürsorge, Respekt und Geduld. Selbstfürsorge bedeutet nicht, immer alles „perfekt“ zu machen. Es bedeutet, dem eigenen Körper regelmäßig das zu geben, was ihm guttut: ausreichend Schlaf, Bewegung, Essen, Pausen, medizinische Unterstützung und einen freundlicheren Umgang mit sich selbst. Langfristige Veränderungen gelingen oft besser, wenn Menschen lernen, ihren Körper nicht als Gegner zu sehen, sondern als etwas, für das sie sorgen dürfen.

Wichtiger Hinweis: Psychische Faktoren beeinflussen Essverhalten


Manchmal kann professionelle Begleitung helfen, Gewohnheiten, Gefühle und Essverhalten besser zu verstehen. Psychotherapeutische Unterstützung kann dabei helfen, neue Wege im Umgang mit Stress, emotionalem Essen, Selbstkritik und belastenden Alltagssituationen zu finden. Es geht nicht darum, „schuld“ zu sein oder alles alleine schaffen zu müssen. Unterstützung anzunehmen kann ein wichtiger Schritt sein.

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